K. Reusser

Prof. Dr. Kurt Reusser

Mittwoch, 01.07.2015 / 13:30 – 15:30 / OLMA-Messen, Halle 9.1.2

„Personalisiertes Lernen“ – Oberflächenstrukturen und Tiefenschichten eines schillernden pädagogischen Leitkonzeptes

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Das Konzept des personalisierten Lernens ist im Begriff zu einem neuen Schlagwort der Diskussion um die Weiterentwicklung von Schule und Unterricht zu werden. Was leistet die aus dem englischen Sprachraum stammende Etikettierung des Lernens als genuin persönliche, an individuellen Begabungen und Bedürfnissen orientierte Aktivität, jenseits bekannter didaktischer Konzepte wie Differenzierung, Individualisierung oder offener Unterricht? Auch in der Deutschschweiz haben Schulen in den letzten Jahren aus der Praxis heraus unterschiedliche Umsetzungsformen personalisierten Lernens entwickelt. Weiter gibt es kaum ein bildungspolitisches Programm oder Schulgesetz, das nicht eine ‚Recht auf individuelle Förderung’ verankert hat und von Lehrpersonen einen professionellen Umgang mit Individualität erwartet. Das Projekt „personalisierte Lernkonzepte in heterogenen Lerngruppen“ (perLen) hat zum Ziel, didaktische Architekturen und Lernprozesse in Schulen mit personalisierten Lernkonzepten zu untersuchen. Die Hauptfrage des Vortrags lautet: Welche Erkenntnisse zu Dimensionen, Voraussetzungen, Prozessqualitäten und Wirkungen personalisierten Lernens und damit zusammenhängenden Anforderungen an Lehrkräfte und Lernende lassen sich aus dem perLen-Projekt sowie aus der jüngeren Forschung zu analogen Bemühungen für die Weiterentwicklung der Schule in Richtung „personalisierter Kulturwerkstätten“ gewinnen?

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